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Finnland

Das Land der 1000 Seen wird Finnland auch genannt. Wer einmal dort war, weiß, dass dies eine grobe Untertreibung ist. Insbesondere Süd- und Mittelfinnland gleichen von oben betrachtet einem Flickenteppich. Das scheinbar endlose Grün der Wälder wird immer

wieder von großen und kleinen blauen Tupfern unterbrochen. In den Seen befinden sich zahlreiche Inseln, die nicht selten als Wochenend- und Feriendomizile genutzt werden. Viele der gut 5 Millionen Finnen besitzen kleine Blockhäuser, in denen ein Teil der Freizeit verbracht wird. Und –wer hätte es anders erwartet- meistens gehört eine Sauna dazu. Diese Naturverbundenheit spiegelt sich auch in den Wandermöglichkeiten wieder.

Im Gegensatz zu den meisten Ländern bietet Finnland dem Wanderer in nahezu allen (zum Teil leider recht kleinen) Nationalparks ein gut ausgebautes Netz an markierten Wanderwegen z.T. mit kostenlosen Übernachtungsmöglichkeiten in den so genannten Wildmarkhütten. Die Ausstattung der Hütten ist einfach. Manchmal sind es einfache Koten mit einer mittigen Feuerstelle, gelegentlich befinden sich aber auch Gasöfen als Kochmöglichkeit in ihnen. Und mit sehr viel Glück wird auch eine kostenlose Sauna vorgehalten. Standard sind auf jeden Fall gut gepflegte Feuerstellen, an denen auch ein Zelt aufgeschlagen werden kann.

Herrscht in Süd- und Mittelfinnland ein gemäßigtes Klima vor, so ist der Norden schon eher ein Landstrich der Extreme. In Lappland sind die Sommer kurz. Noch im Mai sind Frostperioden durchaus möglich, und bereits Anfang September ist mit ersten Schneefällen und Polarlichtern zu rechnen. Dazwischen jedoch liegt die Zeit der kurzen Nächte. Fast 24 Stunden lang ist es taghell, und die Natur blüht regelrecht auf. Dies ist auch die Zeit der Mückenschwärme. Die oft feuchten und morastigen Landstriche begünstigen die Ausbreitung der kleinen Quälgeister, daher ist der beginnende Herbst ab Ende August die beste Wanderzeit. Erste Nachtfröste stellen sich ein, die Mücken werden von Tag zu Tag weniger, und eine beeindruckende Laubverfärbung (ruska) setzt ein. Was fehlt, sind große Berge. „Tunturi“ sind baumlose Hügel, die sich bis auf etwa 1000 m erstrecken und einen großartigen Ausblick auf Finnlands Wildnis gestatten.

Eine schöne und beliebte Wanderzeit in Skandinavien: der Herbst

Bereits im Herbst sollte die Ausrüstung absolut wintertauglich sein. Denn die „ruska“ ist auch die Hauptwanderzeit der Finnen, und populäre Gebiete (z.B. Pallas-Ounastunturi, Oulanka oder Saariselkä) sind stark frequentiert. Ein Platz in den Hütten ist nicht garantiert, da hier die Regel gilt: „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Doch in der Not wird auch gern zusammengerückt, oder, wenn alle Stricke reißen, auch ein Platz auf dem Fußboden angeboten.

Auskünfte werden in Informationszentren erteilt, die meist in den größeren Ortschaften am Rand der Nationalparks liegen. Dort wird Englisch, nicht selten

Vermutlich einzigartig in der Welt: finnische Wildmarkhütten zur kostenlosen Nutzung gibt es in allen großen Nationalparks. Sie werden von Wanderern aus der ganzen Welt geschätzt.

auch Deutsch gesprochen. In die Verlegenheit, auf die Landessprache Finnisch zurückgreifen zu müssen, kommt man eventuell in kleineren Ortschaften. Doch auch hier keine Angst: die Finnen sind sehr geduldig und hilfsbereit. Finnland gehört zu den EU-Staaten, die den Euro als Landeswährung eingeführt haben. Zur Einreise genügt ein Personalausweis.

Zusätzliche empfohlene Ausrüstung:

Wer im Herbst unterwegs ist, sollte neben einem guten Zelt winterfeste Kleidung mit sich führen. Auch ein Winterschlafsack ist angeraten.

Bei Touren in morastigen Gebieten sollte die Mitführung von Gummistiefeln erwogen werden - die Finnen schwören darauf. Die populären Wanderwege in den Nationalparks verfügen in Feuchtgebieten häufig über Stegkonstruktionen.