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Das Anaga-Gebirge befindet sich im Nordosten der Insel Teneriffa und bietet dem Outdoorfreund eine erstaunliche Vielfalt an
Trekkingmöglichkeiten. Nicht nur, dass es von zahlreichen Pfaden durchzogen ist (häufig handelt es sich um alte Verbindungswege), auch die unterschiedlichen Landschaftsformen sind faszinierend.
Beeindruckende Taleinschnitte, steil abfallende Küstenlinien und zahlreiche Höhlen finden sich hier. Im Norden und Süden sind die Berge zerklüftet und karg, die Hitze hat wüstenähnliche Bedingungen
geschaffen. Im Osten hingegen finden sich Urwälder, deren Bäume von den durchziehenden
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Wolkenbänken Feuchtigkeit erhalten. Moose bilden sich hier, und die Farnblätter erreichen eine bis dahin unvermutete Größe. Das Klima scheint hier
fast subtropisch zu sein. Welch ein Kontrast! 3 Wanderungen zeigen die Faszination, welche das Anaga-Gebirge ausüben kann.
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Santa Cruz - Cruz del Carmen
Fast 1000 Höhenmeter werden auf dieser ca. 13 km langen Strecke erklommen. Einmal der Hektik der Großstadt Santa Cruz entkommen, umfängt
den Wanderer in den nahen Bergen wohltuende Ruhe. Wir bewegen uns auf einem alten Verbindungsweg von der Küste kommend auf einen der höchsten Punkte des Anaga-Gebirges zu - den Pico del Inglés.
Verlassene Gehöfte dokumentieren die erfolglosen Versuche, in dieser kargen Landschaft Fuß zu fassen. Nur einige “Unentwegte” haben es bis heute geschafft, sich mit Viehzucht, Jagd und Ackerbau über
Wasser zu halten. Kakteen und Palmen säumen den Weg, immer wieder passieren wir terrassenförmig angelegte Ackerflächen, von denen die meisten jedoch unbewirtschaftet sind.
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Kurzübersicht:
Typ: Streckenwanderung (1-2 Tage)
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
Frequentierung: gering
Markierung: spärlich
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Das Zwischenziel, der Pico del Inglés, ist ein beliebter Aussichtspunkt. Verglichen mit den Ausblicken während der Wanderung kann
er allerdings nicht viel Neues bieten - ein wirklicher Trost für den verschwitzten Wanderer, der sich mit einer Mischung aus Neid und Mitleid zwischen herausgeputzten Pauschaltouristen wiederfindet. Es
wäre doch deprimierend zu sehen gewesen, dass ein echtes Highlight einfach so mit dem Auto erreichbar ist. Der Weiterweg nach Cruz del Carmen, wo sich eine Bushaltestelle und eine Bar finden, führt über
eine asphaltierte Verkehrsstraße.
Was diese Tour besonders einfach macht, ist die Möglichkeit der Wasseraufnahme. Etwa auf halbem Weg in den Bergen, einige hundert Meter
vor einem der verlassenen Gehöfte findet sich ein in den Fels einzementierter Wasserhahn. Ein kleines Becken davor fällt bei etwas Aufmerksamkeit ins Auge. In dieser Umgebung gibt es auch einige
Zeltmöglichkeiten!
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Für denjenigen, der diese Wanderung durchführen möchte, eine kleine Orientierungshilfe: auf dem Weiterweg teilt sich der Camino an einem
bewohnten Hof, den wir in Richtung “Pico del Inglés” folgen (Schild). Kurz hinter diesem Haus führen Gartenterrassen nach oben. Dort oben, den Terrassen folgend, setzt sich der Wanderweg fort. Wer an den
Terrassen vorbei einen Weg sucht, endet in einem Gewirr von Ziegenpfaden und in Dornengebüsch. Die zweite Wasserstelle befindet sich etwas höher an einem verlassenen Gehöft mit Höhlenstallungen, etwa auf
700 m. Das in den Wanderkarten und im Wanderführer beschriebene Hotel am Pico del Inglés existiert nicht mehr. Nächste Versorgungsmöglichkeit ist die Bar von Cruz del Carmen.
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Punta del Hidalgo - Roque de Taborno
Eine sehr eindrucksvolle Tour! Startpunkt ist der kleine Küstenort Punta del Hidalgo. Von hier führt ein Wanderweg durch das Gebirge zur
Ortschaft Las Carboneras. Bereits recht schnell beginnt ein stetiger Aufstieg auf rund 600m Höhe, wobei sich tolle Ausblicke auf den Barranco del Rio und kurze Zeit später auf eine steil abfallende
Küstenlinie bieten. Das Anaga-Gebirge zeigt hier wieder seine heiße, trockene Seite. Wir passieren das kleine Bergdorf Chinamada mit alten Höhlensiedlungen (Wasser kann auf dem Kirchplatz aufgefüllt
werden) und folgen der aus dem Ort führenden Asphaltstraße nur wenige Meter, um auf einem rechts abzweigenden Camino weiter zu wandern. Ab hier wird es langsam grüner. Bäume, Farne und Brombeersträucher
säumen den den Weg bis zum Ziel und spenden zumindest zeitweise wohltuenden Schatten. An einem verlassenen Gebäude (nach ca. 30 Min. ab Chinamada) bietet sich dann eine Zeltmöglichkeit an, so ziemlich
die einzige bis Taborno!
Hinter Las Carboneras geht es an Ackerterassen entlang bergab, nur um uns sofort wieder einige hundert Höhenmeter hinauf zu schicken. An
dieser Stelle sind besonders viele Brombeersträucher, die, auf Hängen stehend, mit ihren stacheligen Ranken die Wanderer attackieren. Man könnte meinen, sie besäßen Sinnesorgane.
Zwischenzeitlich ist das Ziel, der Roque de Taborno, bereits gut sichtbar. Wir passieren das kleine Bergdorf Taborno Richtung Roque, als
Anhaltspunkt dienen einige auf einer Anhöhe gelegene Hirtenhäuser (vor Erreichen der Gebäude sehen wir einen Wasserhahn, an dem die Reserven aufgefüllt werden können). Der Weg ist ab jetzt entweder mit
grünen oder mit violetten Punkten markiert. Die Umrundung des Roque de Taborno lohnt sich auf jeden Fall. Der Weg ist an einigen Stellen sehr schmal und ausgesetzt und sollte nur bei guter Witterung
begangen werden. Ansonsten besteht Absturzgefahr! Dafür bieten sich wieder einmal beeindruckende Ausblicke auf das Meer und die schroffen Berge. Die Mühen lohnen sich garantiert!
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Kurzübersicht:
Typ: Streckenwanderung (1-2 Tage)
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
Frequentierung: mittel
Markierung: spärlich
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Karte: z.B. Kompaß Wanderkarte Teneriffa (1:50.000)
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Chamorga - Almaciga auf Abwegen
Die Krönung zum Schluß! Das Bergdorf Chamorga liegt am hintersten Zipfel des Anaga-Gebirges und zählt vermutlich zu den feuchtesten
Flecken der Insel. Tiefe Wolkenfelder ziehen durch dieses Gebiet und haben wunderbare Urwälder mit moosbedeckten Bäumen und großen Farnen geschaffen. Welch ein Kontrast zum ansonsten kargen und
unwirtlichen Gebirge! Da Chamorga nur selten von Bussen angefahren wird, sollte die Wanderung gut terminiert werden. Von Chamorga kommend, haben wir einen kleinen Abstecher Richtung Montana Tafada
gewählt. Ein steiler Aufstieg, und wir erreichen ein verfallenes Gehöft. Schluß für heute, Zelt aufgeschlagen, es ist 17.00 Uhr. In 2 Stunden wird es bereits dunkel. Am nächsten Tag wandern wir Richtung
Nebelwald
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Kurzübersicht:
Typ: Streckenwanderung (1-2 Tage)
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer - schwer
Frequentierung: mittel
Markierung: spärlich
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(Hinweise nach El Draguillo). Es folgen (natürlich) erneut einige Anstiege über insgesamt rund 300 Höhenmeter bis wir in den Nebelwald
eintauchen. Und wahrlich.
Es wird feuchter, das Klima ist fast subtropisch. Die Bäume sind über und über mit dicken Moosschichten bewachsen, die Farne erreichen
für Teneriffa ungeahnte Größen. Es scheint, wir seien in einer anderen Welt. Richtung El Bailadero verlassen wir den Nebelwald und folgen laut Wanderführer ein kurzes Stück der Asphaltstraße, die wir
jedoch bald nach rechts auf einen Wanderweg verlassen. Vermutlich etwas zu früh, und so beginnt das Unerwartete. Mit der Beschreibung übereinstimmend wandern wir einen Kamm entlang und folgen dem Weg an
einer Abzweigung abwärts. Bald wird klar - hier sind wir falsch! Der Camino wird immer schmaler, das Gelände schwieriger. Es geht stetig bergab. Von einer erwarteten Straße keine Spur! Die Regenfälle der
Nacht haben den Boden rutschig gemacht. Wir müssen uns durch Dickicht wühlen. Stürze folgen! Nach fast einer Stunde treten wir aus dem Wald heraus und stehen nahe der Küste vor einem Bergrücken. Vor uns
liegt zwar Almaciga, doch El Bailadero haben wir weit verfehlt. Sei’s drum, so blieb uns eine Wanderung entlang der Asphaltstraße erspart.
Auf dem nunmehr kaum sichtbaren Weg suchen wir uns mühsam einen Abstieg über knapp 300 Höhenmeter. Ab hier hat das Anaga-Gebirge wieder
sein altbekanntes Gesicht: Kakteen säumen den Weg, es ist trocken und heiß, die Ausblicke sind wieder einmal grandios. Von den Wolken, die uns bisher treu gefolgt sind, fehlt jegliche Spur!
Karte: z.B. Kompaß Wanderkarte Teneriffa (1:50.000)
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Der Nebelwald ist eine Welt für sich. Durchziehende Nebelschwaden, moosbewachsene Bäume und große Farne sind seine
Markenzeichen
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Das verfallene Gebäude auf dem Montana Tefada ist einer der wenigen geeigneten Zeltplätze
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Lichtspiele und imposante Kontraste über dem Meer
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Am Ende eines haarsträubenden Marsches: steiler Abstieg nach Almaciga
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