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Kanaren - Teneriffa

Ausgepumpt sitzen wir auf dem Boden, die schweren Rucksäcke neben uns abgestellt. Flimmernde Luft ist eine Nebenerscheinung der gnadenlos vom Himmel brennenden Sonne. Trekking bei deutlich mehr als 30°C ist nicht immer ein Vergnügen. Die Wasserreserven schwinden schnell, an Nachschub ist in dieser wüstenartigen, aber dennoch grandiosen Berggegend des Anaga-Gebirges nur selten zu gelangen. In Strömen rinnt der Schweiß am ganzen Körper herunter. Egal.... Ein Ächzen und Stöhnen, dann sind die Rücksäcke wieder auf dem Rücken, und wir schleppen uns weiter...

Trekking auf Teneriffa? - Aber klar!

Mit einer Ausdehnung von gut 2000 km2 ist Teneriffa die größte der sieben Inseln der Kanaren. Politisch zu Spanien gehörend, ist sie durch und durch europäisch geprägt. Geographisch hingegen liegen die Kanaren zwischen dem 28. und 29. Breitengrad vor der westafrikanischen Küste, etwa in Höhe der Grenze zwischen Marokko und Westsahara. Diese Lage gewährleistet ein ganzjährig warmes Klima, die Passatwinde sorgen dabei für angenehme Abkühlung. Wer diese Insel erwandert, wird viele Seiten kennen lernen: zerklüftete Gebirge mit spektakulären Ausblicken, wüstenartige Regionen, in denen fast ausschließlich Kakteen und einige Palmen wachsen, Nebelwälder, Kiefernwälder, eine atemberaubende Küstenlandschaft und natürlich die Canadas del Teide. Wer hierher kommt, der möchte nur eines: die Besteigung des Pico de Teide!

So verführerisch dies alles klingen mag, ganz ohne Schwierigkeiten ist ein Trekkingurlaub auf Teneriffa allerdings nicht. Die Insel ist auf Pauschaltourismus ausgelegt. Campingplätze gibt es nur in geringer Anzahl, und diese sind nur saisonal geöffnet. In den Bergen sind zelttaugliche Plätze oft schwer zu finden. Wer wild campt (vielerorts, insbesondere an den öffentlichen Stränden verboten), sollte dies fernab von Ortschaften oder Gehöften tun.

Die Hitze in den Bergregionen führt zu einem enormen Wasserbedarf, gleichzeitig sind die Möglichkeiten zur Wasseraufnahme begrenzt. Bäche und Flüsse waren im Oktober völlig ausgetrocknet. In kleinen Bergdörfern finden sich oft keine Geschäfte, Bars haben dort zum Teil unregelmäßig geöffnet. Mit etwas Voraussicht bei der Streckenplanung und Flexibilität sind dies aber keine ernsthaften Hindernisse. Spanischkenntnisse sind auf jeden Fall von Vorteil. In den kleineren Ortschaften, aber auch zum Teil in den Städten wird kein Englisch gesprochen.

Die öffentlichen Verkehrsmittel garantieren ein gutes Vorwärtskommen auf der gesamten Insel. Die Busse der TITSA fahren mehrmals täglich über die Verkehrsknotenpunkte Puerto de la Cruz, La Laguna und Santa Cruz alle relevanten Ortschaften an. Es kann lohnenswert sein, sich einen Mehrfachfahrschein zuzulegen.

Natürlich noch ein Wort zu den Wanderwegen! Caminos finden sich überall auf der Insel und ermöglichen bei Verlangen ein ununterbrochenes wochenlanges Wandern. Zum großen Teil handelt es sich um nicht oder nur spärlich markierte Wege. Es kann durchaus zu Orientierungsproblemen kommen, da die erhältlichen Wanderkarten (meist Maßstab 1:50.000) keine große Hilfe darstellen. In den Bergen kreuzen häufig Ziegenpfade und nicht alle Wanderwege sind verzeichnet. Eine Hilfe stellen Wanderführer dar, zum Beispiel aus dem Rother Bergverlag. Auch wenn er nicht 100%ig aktuell ist, kann er in schwierigen Situationen ein wertvoller Begleiter sein. Die für Teneriffa beschriebenen Touren sind (fast) ausnahmslos in diesem genannten Wanderführer berücksichtigt.

 

Palmen und Kakteen sind hervorragend an die klimatischen Bedingungen angepasst. Man findet sie sehr häufig im Anaga-Gebirge