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Nelson Lakes National Park

Den Nelson Lakes National Park besonders hervorzuheben heißt womöglich auch, seinen Reiz künftig zu beeinträchtigen. Ich tue es trotzdem. Obwohl die Berge nicht so hoch, Keas kaum vertreten und die Wege nicht so hart sind, gehört der Nelson Lakes N.P. zu meinen absoluten Favoriten in Neuseeland. Der Grund ist einfach: zauberhafte Täler sind scheinbar ganz dicht umrahmt von Bergen, die Hütten sind durchweg angenehm (besonders schön die einfache Speargrass Hut mit 4 Kojen) und die Trampingmöglichkeiten sehr vielfältig, und irgendwie lassen sich alle Wege miteinander kombinieren. Trotzdem ist das Aufkommen an Wanderern vergleichsweise gering. Doch viele von denen verlängern spontan ihren Aufenthalt dort. Wer schwere Routen nicht scheut, kann von hier aus bis zum Lewis Pass gelangen. Diese Aktion erfordert aber eine gute Vorbereitung. Bitte vorher mit den Angestellten des DOC sprechen. Das gute Klima ermöglicht im Allgemeinen unbeschwerten Wandergenuss in alpiner Gegend.

2 Touren stelle ich im Folgenden vor. Startpunkt ist jeweils der kleine Ort St. Arnaud, der ca. 60 km südöstlich von Nelson liegt und über den State Highway 63 erreichbar ist.

Cascade-/Pinchgut Track

Eine 2-Tages-Tour führt erst entlang des Lake Rotoiti (Lakehead Track) und anschließend den Cascade Track hinauf zur Robert Ridge (ca. 1600m). An zwei schönen Bergseen liegt die Angelus Hut. Die Seen laden erschöpfte Wanderer bei sonnigem Wetter zu einem erfrischenden Bad ein. Es sieht geheimnisvoll aus, wenn Nebelschwaden abends die kleine Senke in Besitz nehmen, und gleichzeitig die Berge sich im See spiegeln. Die Hütte vermittelt eine angenehme Atmosphäre. Der 2. Tag führt auf dem Pinchgut Trail entlang des Bergrückens (Robert Ridge) zum Skigebiet des Mt. Robert. Für diese schöne Etappe sollte unbedingt gutes Wetter vorhanden sein. Die gelegentliche Kletterei ist unter guten Bedingungen nicht schwierig, doch Ausrutschen bei Wind, Nässe und schlechter Sicht kann böse Folgen haben. Vom Skigebiet aus folgt man in vielen Serpentinen einem guten Weg hinab zum Mt. Robert Parkplatz. Nach St. Arnaud sind es von diesem Punkt aus zu Fuß noch ca. 1,5 Stunden. Diese kurze Rundwanderung ist ein landschaftlicher Leckerbissen für Menschen mit wenig Zeit oder für zwischendurch. Wer den Nelson Lakes N.P. nun genauer kennen lernen möchte, kann dies sehr ausführlich und mit vielen Kombinationsmöglichkeiten tun.

Karte: Parkmap Nelson Lakes 273-05 (1:100:000)

links: traumhaft liegt die Angelus Hut umrahmt von 2 Bergseen

rechts: Das Wandern entlang der Mt. Robert Ridge ist auch bei Nebel ein Hochgenuss für die Sinne.

  Kurzübersicht:

  Typ: Rundwanderung (2 Tage)

  Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

  Frequentierung: gering - mittel

  Markierung: gut

Travers Track – Moss Pass – D’Urville Track

Erneut ist der Lakehead Track die 1. Etappe auf dem Weg zum Travers Saddle, der im Allgemeinen am 2. Tag überschritten wird (ca. 1770 m). Eine recht kurze Etappe führt anschließend zur West Sabine Hut, an der es nun 2 Wahlmöglichkeiten gibt: in 2 Tagen zurück nach St. Arnaud oder in südliche Richtung tiefer in den Nationalpark. Wir entscheiden uns für letzteres und überqueren nach einer Übernachtung in der am gleichnamigen See liegenden Blue Lake Hut den Moss Pass. Sowohl Auf- als auch Abstieg sind streckenweise recht steil. Daher ist für diese Tour gutes Wetter notwendig. Dem D’Urville River folgen wir bis zum Lake Rotoroa, von dort führt der Speargrass Track zurück nach St. Arnaud. Wer diesen Weg wählt, sollte eine Übernachtung in der Speargrass Hut in Erwägung ziehen (ich hoffe, sie existiert noch). Trotz ihres geringen Komforts besitzt sie ein nicht näher zu definierendes Flair. Mit etwas Glück hat man als Hausgenossen eine Maus - was in den Hütten allerdings nicht unüblich ist.

Alternativ kann eine Besteigung des Mt. Cedric (1510 m) vorgenommen werden, der Weg zurück in den Ort erfolgt in diesem Fall über den oben beschriebenen Pinchgut Trail. Für den gesamten Weg ist eine gute Kondition erforderlich, da viele Lebensmittel mitgeführt werden müssen. Der Moss Pass ist nicht anspruchslos und setzt Grunderfahrungen im Trekking voraus. Frischwasser ist reichlich verfügbar. Wasserratten kommen auf ihre Kosten, fast täglich sind Erfrischungen in Flüssen oder Seen möglich. Doch wehe dem, der sich zu lange unbekleidet im Freien aufhält - die Sandflies lauern immer auf Beute...

Karte: Parkmap Nelson Lakes 273-05 (1:100:000)

Bei schönem Wetter ein Höhepunkt: nach steilem Aufstieg ein kurzes Verweilen auf dem Moss Pass. Bei schlechtem Wetter können Auf- und Abstieg gefährlich werden.

  Kurzübersicht:

  Typ: Rundwanderung (4-8 Tage)

  Schwierigkeitsgrad: mittel - schwer

  Frequentierung: gering - mittel

  Markierung: gut

links oben: die Ella Hut ist sehr angenehm aufgebaut und schön am D’ Urville River gelegen.

links unten: subalpines Terrain mit Krüppelwuchs sorgt nach einem Aufstieg durch Mischwald für Erstaunen. Die Auswirkungen  der Höhenunterschiede sind manchmal doch erstaunlich.

rechts oben: Zauberhaftes Tal im Herzen des Nelson Lakes National Park - auf dem Weg zum Blue Lake