Home
Finnland
Irland
Kanaren - Teneriffa
Neuseeland
Schottland
Schweden
Nordamerika
Nicaragua
Glen Roy & Glen Albyn

In Mittelschottland verbindet ein recht unbekannter Wanderweg die Ortschaft Roy Bridge mit der Kleinstadt Fort Augustus am Südende des Loch Ness. Die Gesamtgehstrecke beträgt ca. 48 km und führt über Weideland, Schotterwege und kleine Sträßchen durch die Highlands und zwei sehr schöne Täler. Die Tatsache, dass es sich hierbei nicht um einen Wildnistrail handelt, ändert nichts an Beschaulichkeit und Abwechslungsreichtum dieser Wanderung. Von Roy Bridge aus folgt man hinter der Kirche einer Straße in nordöstliche Richtung und ihrem weiteren Verlauf durch das Glen Roy, bis zum Erreichen der Turret Bridge nach etwa 13 km.

Auf halber Strecke bietet sich von einem Parkplatz aus ein interessanter Anblick: die vorausliegenden Berge fallen durch waagerecht verlaufende Riefen auf, die ihre Entstehung sich zurückziehenden eiszeitlichen Gletschern verdanken. Von der Turret Bridge aus folgen wir dem Verlauf des River Roy. Vorbei an den Falls of Roy bieten sich 2 Schutzhütten (bothys) für die 1. Übernachtung an: Luib-chonnal nach insgesamt 19 km oder Melgarve nach weiteren 8 km. Hier knickt der Weg in östliche Richtung ab und folgt dem Corrieyairack Pass durch die Berge. Es handelt sich hierbei um eine alte Militärstraße, die das Vorwärtskommen unproblematisch gestaltet. Von oben aus bietet

sich ein sehr schöner Ausblick auf den gesamten Loch Ness. Es beginnt der Weg in das Glen Albyn. Blackburn, in der Karte als bothy gekennzeichnet, präsentiert sich als von Schafen umgebene Ruine. Wer allerdings ein Zelt im Gepäck hat, findet an dieser Stelle einen guten Zeltplatz am Blackburn River. Nach Vollendung des Abstiegs sind es nur noch einige Kilometer bis Fort Augustus, der beschaulichen Kleinstadt am Ufer des Loch Ness.

Obwohl der beschriebene Weg von Roy Bridge nach Fort Augustus nicht als Wanderweg gekennzeichnet ist, kann er unter Zuhilfenahme der Ordnance Survey Map kaum verfehlt werden. Die einzelnen Abschnitte sind durchgehend eingezeichnet, ebenso die einfachen und stimmungsvollen bothys. Beim Start können ortskundige Menschen den Weg auf der Karte zeigen. „General Wade’s Military Road“ ist ihnen ein Begriff. Trinkwasser ist aus Flüssen verfügbar. Ein Brenner und Kochgeschirr müssen mitgenommen werden. Wegen der großen Schafbeständen sollte der Ort der Wasserentnahme aber aufmerksam ausgewählt werden. Das Wasser im Zweifelsfall lieber abkochen. Aufgrund der moderaten Steigungen eignet sich dieser Weg als Einstiegstour im Rahmen eines Trekkingurlaubs.

  Kurzübersicht:

  Typ: Streckenwanderweg (2-3 Tage)

  Schwierigkeitsgrad: leicht

  Frequentierung: gering

  Markierung: keine

Karte: Ordnance Survey, Landranger 34 (Fort Augustus & Glen Albyn area), in Tourist Information Offices erhältlich

Auch hier gehören Schafe zum alltäglichen Bild

Blick auf den legendären Loch Ness

links: die Roy falls sind zwar nicht spektakulär, aber dennoch schön anzuschauen. Wer sich von dem Rauschen des Wassers in den Schlaf wiegen lassen möchte, kann hier sein Nachtlager aufschlagen.

rechts: Luib-chonnal ist der Name dieser einfachen Schutzhütte. Durchfeuchtet und klamm wie ich war, erschien sie mir nicht nur aus der Ferne wie ein Segen. Noch heute denke ich oft an die folgende mollige Nacht zurück, zumal der nächste Tag mich mit strahlendem Sonnenschein empfing - das ist Schottland...